Die Rolle der Phosphate bei Restriktionsfaktoren

Eine Forschungsgruppe des Paul Ehrlich Instituts hat, gemeinsam mit Kollegen aus Belgien, den Vereinigten Staaten von Amerika und Südkorea, die Rolle der Phosphorylierung von Restriktionsfaktoren an Hand des Restriktionsfaktors SAMHD1 untersucht. Diese dient dem Körper als Teil der Immunabwehr, kann aber auch an Krankheiten wie Krebs oder Autoimmunproblemen beteiligt sein. Das Team, unter der Leitung von Renate König, fand dabei heraus, dass die Aktivität des Restriktionsfaktors SAMHD1 mit der Phosphatase PP2A-B55alpha gekoppelt ist. Diese desphosphorylierte den Restriktionsfaktor und führt ihn so in die aktive Form über. Während diese aktive Form stark antivirale Eigenschaften zeigt, ist die passive, phosphorylierte Version des Restriktionsfaktors in der Lage, Entzündungen zu hemmen. Diese Resultate, welche in der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurden, könnten Auswirkung auf die Behandlung von Autoimmunkrankheiten haben. Es besteht jedoch auch die Hoffnung, dass sie die aktive Form des Restriktionsfaktors bei der Bekämpfung von HIV HIV und Hepatitis unterstützen.

Virusartige Partikel als Impfstoffe

Forscher des Paul Ehrlich Instituts haben sich mit der Frage befasst, ob Virusartige Partikel, auch bekannt unter dem englischen Namen virus-like particles oder VLP, als Grundlage für modulare Impfstoffe dienen könnten. Die Idee dahinter ist, dass diese Virusartigen Partikel mit einem beliebigen Antigen und einem Adjuvans ausgestattet werden können. Das Antigen führt dabei zur Immunisierung der geimpften Person, während das Adjuvans die Immunantwort und damit die Immunisierung verstärkt. So designte Wirkstoffe könnten als besonders aktiv gelten. Der Vorteil der Virusartigen Partikel ist dabei, das sie keine Gefährdung für den Menschen darstellen, dem Körper aber eine echte Infektion sehr realistisch vortäuschen können.

Die Forscher unter der Leitung von Zoe Waibler haben in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung, die im Journal Molecular Immunology erschienen ist, gezeigt, dass dies zumindest in vitro ganz gut funktioniert. Der so designte Impfstoff führte nicht nur zu einer Immunantwort, diese war auch bedeutend stärker als man es bei einem normalen Impfstoff erwartet hätte.